Earned Value Analysis - Analyse des Fertigstellungswertes
Die Earned Value Analysis ist die weltweit
verbreitetste Methode zur Messung der
Projektleistung. Messergebnisse bezüglich
Inhalt und Umfang, Kosten und Terminen
werden miteinander verbunden, um dem Projektmanagement-Team
die Beurteilung der Projektleistung zu
erleichtern.
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Die
Earned Value Analysis (EVA)
wurde ursprünglich
von der U.S. Air Force als
Ergänzung zu PERT (Program
Evaluation and Review Technique)
entwickelt. Später
wurde sie unter dem Namen
C/SCSC als Standardverfahren
für alle Projekte des
Pentagon festgeschrieben.
Die EVA-Methode ist Bestandteil
des „Project Management
Book of Knowledge“
(PMBOK), des amerikanischen
Standards für Projektmanagement
und ist heute Mindeststandard
bei öffentlichen Projekten
in den USA. |
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Die Analyse des Fertigstellungswertes
beinhaltet die Berechnung dreier Schlüsselwerte
für jeden Vorgang:
Der Planwert (Planned Value -
PV)
War früher auch Budgetkosten der
geplanten Arbeit genannt. Er ist der Teil
der genehmigten Kostenschätzung,
der nach Plan während eines vorgegebenen
Zeitraums für den Vorgang ausgegeben
werden soll.
Die geplanten Kosten werden zu Beginn
des Projektes definiert und über
die Projektdauer verteilt. Somit ergibt
sich zu jedem Zeitpunkt im Projekt ein
geplantes Budget, das bis dahin verbraucht
sein darf. Werden die Kosten überschritten,
läuft das Projekt Gefahr, dass das
Gesamtbudget zum Ende des Projektes überschritten
wird.
Eine andere Bezeichnung in der
Earned-Value-Methodik
ist
Budgeted Costs of Work Scheduled
(BCWS)
Die Ist-Kosten (Actual Costs –
AC)
War auch früher Ist-Kosten der geleisteten
Arbeit genannt. Die Ist-Kosten sind die
Gesamtsumme der angefallenen Kosten, die
durch die Arbeit an dem Vorgang in einem
gegebenen Zeitraum entstehen. Diese Ist-Kosten
müssen dem entsprechen, was beim
Planwert und dem Fertigstellungswert kalkuliert
wurde (z.B. nur die direkten Kosten, oder
alle Kosten einschliesslich der indirekten
Kosten).
Eine andere Bezeichnung in der
Earned-Value-Methodik
ist Actual Costs of Work Performed
(ACWP).
Der Fertigstellungswert (Earned
Value – EV)
War auch früher budgetierte Kosten
der fertig gestellten Arbeit genannt.
Er ist der Wert der tatsächlich abgeschlossenen
Arbeit.
Die geleistete Arbeit – oder Earned
Value (Earning = Gewinn) – ergibt
sich währen der Projektarbeit. Sie
errechnet sich in monetärem Wert
oder anderen vereinbarten Metriken. Sie
ist der Betrag für die bisher erbrachten
Leistungen, der unter Annahme der geplanten
Ressourcenkosten angefallen wäre.
Eine andere Bezeichnung in der
Earned-Value-Methodik
ist
Budgeted Costs of Work Performed
(BCWP).
Diese drei Werte werden zusammen dafür
verwendet, um zu messen, ob die Arbeit
wie geplant durchgeführt wurde oder
nicht. Die gebräuchlichsten Messwerte
sind Kostenabweichung und Terminabweichung.
Kostenabweichung (Cost Variance
– CV)
Die Kostenabweichung wird gemessen an
den tatsächlichen und aktuellen Kosten.
Fertigstellungswert – aktuelle Kosten
= Abweichung vom Kostenplan oder im anglikanischen
Sprachgebrauch: Earned Value (EV) –Actual
Costs (AC) = Cost Variance
Terminabweichung (Schedule Variance –
SV)
In einem Projekt ist die absolute Planerfüllung
allerdings selten gegeben. Entweder werden
die geplanten Ziele übererfüllt
oder die meisten „hängen dem
Plan hinterher“. Dabei tritt eine
Abweichung vom geplanten Ziel auf.
Fertigstellunswert – geplante Kosten
= Abweichung vom Zeitplan oder im anglikanischen
Sprachgebrauch:
Earned Value (EV) – Planned Value
(PV) = Schedule Variance (SV)
Diese beiden Abweichungswerte können
in Leistungsindikatoren umgewandelt werden,
um die Kosten- und Terminentwicklung jedes
Projektes widerzuspiegeln.
Der Kostenentwicklungsindex (Cost
Performance Index (CPI)
Der CPI ist der am häufigsten gebrauchte
Indikator für die Kosteneffizienz.
Der kumulierte CPI (die Summe aller einzelnen
Fertigstellungswerte geteilt durch die
Summe aller einzelnen Ist-Kosten) wird
oft für die Vorhersage der Projektkosten
zum Projektabschluss verwendet.
CPI = Earned Value (EV) / Actual Costs
(AC)
Der Terminentwicklungsindex (Schedule
Performance Index – SPI)
Mit dem SPI definiert sich ein Mass, wie
weit ein Projekt sich zeitlich gesehen
aus dem Plan-Soll befindet. Der SPI wird
in Verbindung mit dem CPI genutzt, um
die Projektschätzungen zum Projektabschluss
zu prognostizieren.
SPI = Earned Value (EV) / Planned Value
(PV)